Das perfekte Investment: Würfeln? Affen entscheiden lassen? Hausfrauen fragen?

Bei der Auswahl der „richtigen“ Aktien wurde schon alles probiert. Finanzwissenschaftler und Affenforscher haben Schimpansen auf Aktien tippen lassen. Andere Experten haben es bei der Auswahl der Wertpapiere mit Würfeln versucht. Ein Hausfrauen-Aktienclub in den USA legt nur in Unternehmen an, deren Produkte die normale Hausfrau jede Woche im Einkaufskorb hat. Ein Nobelpreisträger sagte einmal, man solle einfach alle Aktien kaufen, dann klappt das schon mit der Rendite. Und was machen Sie jetzt?

Am sichersten oder rentabelsten fahren Sie beim Vermögensaufbau wahrscheinlich, wenn Sie alle Methoden des Zufalls mischen: Möglichst viele Aktien kaufen etwa, sagt der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Markowitz – allein das streut Risiken. Kleben Sie die Namen von Allianz, Axa bis Zurich auf eine große Dartscheibe, dann werfen Sie die Pfeile und haben am Ende die „besten“(?) Versicherungsaktien. Sind Sie unsicher, dann lassen Sie Schimpansen die Pfeile werfen – Affen sind wirtschaftlich unvoreingenommen.

Das gleiche machen Sie mit Bankaktien, Maschinenbau, Pharmaunternehmen, Online-Händlern von Amazon, Alibaba, über Ebay bis Zalando. Trauen Sie dem Ganzen nicht, dann „sichern“ Sie Ihre „Entscheidung“ mit der deutschen Hausfrau ab, die ist Expertin für den DAX und deutsche Produkte. So macht es in den USA ein Aktienclub, bei dem Hausfrauen nur Aktien kaufen, deren Namen sie im Hause finden: Zum Beispiel Kellog’s, Whirlpool (Kühlschränke), Heintz Ketchup oder auch Chevrolet (die bauen ganz gute Autos für Soccer Mums, wenn die zwei Mal die Woche halbe Kindermannschaften zum Sport fahren).

Übrigens gibt es einen Anleger, der streng nach dem Hausfrauen-Prinzip kauft. Warren Buffet, den zweit-drittreichsten Mann der Welt. Buffet kauft mit seinen Anlageunternehmen Berkshire Hathaway bevorzugt erfolgreiche Marken, etwa Coca-Cola, bei denen er Hauptaktionär ist. Sie können es natürlich wissenschaftlicher angehen und sortieren Aktien nach ihrem inneren Wert, so genannte Value-Aktien, deren Kurs näher am Nenn- oder Buchwert ist als bei anderen Papieren, die also unterbewertet scheinen.

Oder Sie suchen so genannte Value-Aktien und riechen schon, dass diese Papiere bald durch die Decke „gehen“, demnächst wenigstens ordentlich wachsen. Aber haben Sie dasselbe Näschen wie frühe Investoren vor 10 oder 20 Jahren bei Microsoft, Google oder Amazon? Unser liebster Nobelpreisträger ist ja immer noch Eugene Fama, der im Jahr 2013 von der Königlichen Nobel-Akademie den Preis für seine Wirtschaftstheorien bekam, vor allem für einen Satz, eine Erkenntnis Famas aus seinem Frühwerk:

„Alle Informationen sind im Börsenkurs drin“ (Eugene Fama)

>>>gelangen Sie hier zum Erklärvideo<<<

Damit meint Professor Fama, dass es keine „Geheimtipps“ gibt. Wenn Qatar-Airways heute für zwei Milliarden Flugzeugbestellungen bei Boeing storniert, dann weiß das via Adhoc-Mitteilung Minuten später die Börse und wertet Boeing ab, der Kurs sinkt. Aber das Boeing-Papier repräsentiert weiterhin den (wohl gesunkenen und zugleich fair ermittelten) Wert des Unternehmens.

Und da schlechte Nachrichten für Boeing schlechte Branchennachrichten für die Fliegerei sind, könnte auch Airbus „einen mitkriegen“. Etwa dies meint der Wissenschaftler Eugene Fama, wenn er sagt, das alle Informationen im Kurs drin sind. Also geht es beim Vermögensaufbau darum, mit den eigenen Investments rational und unaufgeregt umzugehen. Viel nachdenken, wenig Hektik. Ungefähr so lässt sich das Investieren mit Dimensional Funds beschreiben (>>>hier näher erläutert<<<).

Noch viel wichtiger ist es, regelmäßig zu sparen, „Aktien kaufen, 30 Jahre schlafen gehen und reich wach werden“ (Börsenlegende André Kostolany). Die Börse können Sie nicht schlagen, also sparen Sie sich teure Fondsmanager. Und machen Sie sich nicht zum Affen.

Alles klar? Noch Fragen? Rufen Sie mal an.

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