Mein Geld richtig anlegen: Dimensional Fonds erklärt

Vermögen aufbauen, Geld mit Fonds richtig anlegen, oder gar spekulieren (Aufschrei!). Privates Investment kann man mit Autorennen vergleichen. Geradeaus geht es gut, aber in den Kurven drohen zu schnelle Fahrer rauszufliegen. Der vorsichtige Fahrer (das erinnert an den Sparbuchsparer, oder?) kommt sicher ans Ziel. Der Vergleich von Autos und Geld, von rennen und anlegen, wird hier am Beispiel von Dimensional Fonds erläutert.

War das ein Spaß! Und sehr lehrreich für die Leute: Eine Fondsgesellschaft baute kürzlich auf einer Messe für ihre Besucher eine besondere Autorennbahn auf, mit drei Spuren. Auf zwei Spuren der Bahn konnten Finanzberater ihre Fähigkeiten „am Drücker“ testen. Auf der dritten Spur steuerte ein Computer das Auto, dessen Tempo „stur“ auf eine Gaspedal-Stellung eingestellt war. Der so betriebene Renner war auf den Geraden zwar langsamer als seine von Menschen gesteuerten Konkurrenten, hielt aber automatisch das Höchsttempo für die engste Kurve der Rennbahn ein. Wer gewann die Autorennen? Und was hat das mit Investment oder Fondssparen zu tun?

Autopilot mit Sensoren

Meistens siegte der Wagen, dessen „Gaspedal“ für optimale Kurventempi eingestellt war. Dagegen spekulierte manch menschlicher Rennfahrer bei dem Fahrtest auf der Finanzmesse zu sehr mit seinen Fähigkeiten am Drücker – und flog öfters aus der Kurve. Ähnlich ist das beim Vermögensaufbau. Und damit sind wir bei Dimensional Fonds angelangt, die im Investment das Rennen um Rendite für ihre Anleger anders fahren.

Wie beim selbstfahrenden Auto braucht auch der Investment-Ansatz von Dimensional bestimmte Sensoren für Kurven, Geraden oder Hindernisse. Was man beim Autorennen noch versteht, das ist beim Vermögensaufbau etwas komplizierter. Hier herrschen statt Kurven und Geraden die Dimensionen Risiko und Chance. Dimensionen: Womit auch der Name der Dimensional Fonds hergeleitet ist. Im Grunde sind Risiko und Chance oder Gewinn und Verlust keine neuen Dimensionen für den Vermögensaufbau, auch nicht beim Fondssparen.

Wissenschaftlicher Ansatz

Die besonderen Dimensionen der Fonds von Dimensional ergeben sich aus wissenschaftlich weiterentwickelten Ansätzen über die Art, wie Wertpapiere, Anleihen oder Aktien, ausgewählt werden. Dazu nur zwei-drei Grundsätze aus der jüngeren Forschung, die ergründen will, wie Anleger Wertpapiere besser auswählen können.

1. Erkenntnis: Kleinere Unternehmen sind profitabler als große Konzerne
2. Erkenntnis: Unterbewertete Unternehmen bringen mehr Rendite
(und schon immer galt):
3. Erkenntnis: Geld lange anlegen

Einfacher kann man die Grundsätze (Dimensionen) für ein kluges Investment nicht erklären. Lange anlegen, das muss der Investor selbst. Dabei kann ihnen, und Ihnen, auch Dimensional nicht helfen. Aber für den richtigen Mix, die Streuung und die Gewichtung kleiner Unternehmen und solchen mit Potenzial (unterbewerteten) haben die Experten bei Dimensional einen Algorithmus entwickelt, mit dem am Ende je nach Anlegerziel verschiedenartige Fonds zusammengesetzt werden. Dieses Vorgehen ist nicht mit dem klassischen Job eines aktiven Fondsmanagers zu verwechseln!

Grundeinstellungen justieren statt hektisch handeln

Vielmehr setzt Dimensional Grundeinstellungen, setzt einen Kurs zur Navigation der Wertpapierkörbe seiner Anleger, der als langfristig erkannten Börsenregeln folgt. Und deswegen sind die angesprochenen Fonds auch keine Kurzzeitparkplätze für Bargeld, sondern (so die Erwartung) sichere Häfen am Ende einer langen Reise Ihres Geldes durch die Welt. Während Ihr Geld in diesen Fonds zum Vermögensaufbau beiträgt, justiert Dimensional im Hintergrund lediglich, … sagen wir Kleinigkeiten. Jedenfalls werden keine Papiere zu teuren Kosten hektisch hin und her geschoben! Dies beschreibt in etwa den so genannten Buy-and-Hold-Ansatz. Börsenlegende André Kostolany (1906-1999) sagte es einmal so: „Kaufen sie Aktien, gehen sie 30 Jahre schlafen, wachen sie reich auf“.

Übrigens ist der geschilderte Ansatz nicht mit Index-Fonds (ETFs etwa) zu verwechseln. Kurz erklärt, warum: Auch in schlechten Börsenzeiten folgen Indizes (Dax, Euro Stoxx oder Dow Jones) wie eine Herde negativen Trends: Die meisten Anleger und ihre Fondsmanager verkaufen zu schlechten Kursen, wenn alle verkaufen. Das häuft Verluste an. Umgekehrt kaufen sie zu hohen Kursen, wenn alle kaufen. Das belastet Renditen, weil die Einkaufspreise zu hoch sind.

Nur der Vollständigkeit halber: Natürlich folgt auch das Unternehmen Dimensional Funds allgemeinen Grundsätzen für den Vermögensaufbau: „Nicht alle Eier in einen Korb legen“, sagte Harry Markowitz, Wirtschaftsprofessor und Nobelpreisträger 1990. Der Gelehrte sagt auch: „Nicht nur Eier in den Korb legen“. Das ist klar. Und seit hundert Jahren wissen wir auch: Reich wird man, wenn man sein Geld auf viele gemischte Körbe aufteilt: viel einkauft, also möglichst viel Geld spart und anlegt, und seine Risiken streut und mischt.

Außerdem sagt Eugene Fama, Wirtschaftsnobelpreis 2013, anlässlich der Preisverleihung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ dies: „Der Markt ist rational, das glaube ich noch immer. Preise an Finanzmärkten spiegeln stets die verfügbaren Informationen wider.“ Damit meint Fama, dass es keinen Sinn hat, „die beste Aktie“ zu suchen oder dem Klischee vom „Geheimtipp“ für die Börse zu folgen. Das hat aus seiner Sicht keinen Sinn. Kurs ist gerechter Marktpreis ist Wahrheit, basta! Etwa so könnte man das Credo von Professor Fama in einem Satz zusammenfassen. Weswegen Fama auch „Vater“ von Dimensional ist, weil zwei seiner ehemaligen Studenten das Unternehmen 1981 gründeten und das inzwischen die siebtgrößte Gesellschaft für Publikumsfonds ist.

Zum Abschluss ein Indiz, warum der Dimensional-Ansatz meines Erachtens funktioniert (eine Glaskugel hat niemand): Auch im Jahr 2008, als die Finanzkrise begann, hatte Dimensional im Gegensatz zu anderen Publikumsfonds kaum Mittelabflüsse zu verzeichnen. Ich nenne das ganz unwissenschaftlich: Vertrauen!

Das Unternehmen Dimensional Funds Advisors im Telegramm:

Dimensional Funds Advisors wurde 1981 gegründet, von David G. Booth und Rex Sinquefield. Beide waren Studenten an der Universität von Chicago, die bekannt ist für Ihre Forschung zu Kapitalmärkten. Ihr Professor war der Wirtschafts-Nobelpreisträger 2013 Eugene Fama, der das Unternehmen heute noch berät. Firmensitz ist Austin/Texas (USA).

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