Unser Urteil zum Bauspar-Urteil: Sparen Sie sich frei davon

Vielleicht haben Sie es mitbekommen: Der Bundesgerichtshof hat Ende Februar die Zinshoffnungen vieler Bausparer zerstört.Die Kassen dürfen nun Verträge, die seit länger als zehn Jahren zuteilungsreif sind, einfach kündigen. Bei diesen älteren Verträgen konnten die Sparer oft noch drei Prozent (und mehr) Zins kassieren – in der heutigen Nullzins-Welt ist das die rentabelste und zugleich sichere Geldanlage. Gewesen!

In den kommenden Monaten werden die Kassen nach Schätzungen von Branchenkennern rund 300.000 gut verzinste Bausparverträge (übrigens mit 6 Monaten gesetzlicher Frist) kündigen und die Guthaben an die Sparer auszahlen – und sich von teuren drei Prozent Zinslasten befreit haben. Interessant ist, wie der Bundesgerichtshof sein Urteil zu Gunsten der Bausparkassen begründet. Diese sind nämlich laut Urteil des höchsten deutschen Gerichts als „Darlehensnehmer“ im Sinne des Gesetzes zu behandeln!


Verträge sind einzuhalten – offenbar nicht mehr für Bausparkassen


Sie brauchen sich jetzt nicht groß mit der Juristerei der Bundesrichter herumschlagen. Viele Häuslebauer wissen, dass sie jeden Kredit nach zehn Jahren kündigen und sich anschließend einen billigeren Hauskredit besorgen können – zurzeit lohnt sich das ja bei den niedrigen Zinsen. Eigentlich ist diese Zehn-Jahres-Regel für den Verbraucherschutz gedacht. Nun gilt sie auch für die Bausparkassen, die jetzt als „Darlehensnehmer“ die erhaltenen „Kredite“ (also die Einzahlungen ihrer Kunden) kündigen.

 

Kritiker bemängeln, der Bundesgerichtshofs habe übersehen, dass die Bausparkassen ihre Verträge in den vergangenen Jahrzehnten immer auch als Kapitalanlage beworben haben. Es gab meistens zwei Arten Bausparverträge. Eine Version für angehende Häuslebauer mit kleinem Habenzins in der Sparphase, und einen Tarif mit hohem Habenzins. Letzterer für Leute, die von vornherein gar nicht bauen wollten: Das war und ist eine lupenreine Kapitalanlage. Bisher galt der Rechtsgrundsatz: Verträge sind einzuhalten. Offenbar nicht mehr für Bausparkassen!

Runter von der Bank!

Vor allem, weil die Bausparkassen diese reinen Sparverträge nun nicht mehr einhalten müssen, hagelte es Kritik an dem Bausparurteil vom 20. Februar. Nun wird sich der eine oder andere Anleger fragen, ob er ein Luxusproblem hat: erstens Geld auf der Bank, aber zweitens keine Idee wohin damit. Runter damit von der Bank, runter vom Sofa, raus aus der Bausparkasse. Rein ins Vergnügen. Wissen Sie, dass Geld schwerer für Sie arbeiten kann als man es uns glauben machen will? Und das geht so:

Zunächst sollten Sie sich klarmachen, am besten mit einem Taschenrechner, wann Sie wie viel Geld brauchen. Für die Kinder, deren Studium. Für die Fortbildung, für Haus und Hof, später für die Rente. Damit stehen Ihre Sparziele fest, damit Sie mit der Kapitalanlage anfangen können. Oder, wenn und weil Sie ja schon Geld auf der hohen Kante haben, wissen Sie dann, wie Sie Ihren Sparplan vielleicht ändern müssen. Es geht dabei noch gar nicht um Anlageart oder Zins oder Rendite. Sondern zunächst um Summen und Termine (Wann machen die Kinder Abitur? Wie lange bis zur Rente?).


Sortiere Zeit, Ziel und Summe


Weiter geht es dann mit der Struktur Ihres (Plan-)Vermögens. Noch 20, 30 oder 40 Jahre bis zur Rente geben Ihnen Zeit. Und die Gelassenheit, Altersvermögen mehr mit Aktien auszustatten. Die Chance sind rund 6-7 Prozent Rendite. Wenn die Kurse zwischenzeitlich mal auf und ab schwappen. So what?! Aktien rappeln sich immer wieder ein Stück höher nach oben.Und dann noch ein Stückchen mehr. Und dann noch ein bisschen. Hauptsache Sie haben ungefähr 15 Jahre Zeit und Geduld, bis Sie das Geld brauchen.

Sie haben nur 10 Jahre Zeit? Dann gehört eine Mischung aus langweiligen, dafür zinssicheren Anleihen und Aktien (sagen wir 50:50). Dann schwankt das Ganze nicht so stark, die Rendite ist etwas schmäler (Sie müssen also die Sparrate etwas erhöhen), aber das Sparziel wird in den geplanten 10 Jahren sicher(er) erreicht als mit Aktien pur.

Das Gegenteil von Aktien ist das Sparbuch: Dort parken Sie (zinslos, ja) Bargeld für den Notfall, wenn der Kühlschrank kaputtgeht oder der Wagen unerwartet eine neue Kupplung braucht. Sie kennen das, gell? Und deswegen spekuliert man nicht, Frau auch nicht, mit der eisernen Reserve. Der „Gewinn“ von Bargeld auf dem Konto ist der gesparte Zins, weil SIE im Gegensatz zu anderen keinen teuren Konsumentenkredit brauchen!


Bleiben Sie entspannt 🙂


Und was liegt beim Geld anlegen „In der Mitte“ zwischen Sparbuch und Aktie … zwischen Barreserve und Rente? Es ist die Liquidität, die Sie in 5 und 10 Jahren brauchen. Für die müssen Sie „die Mitte“ finden aus Sicherheit und Risiko. Der Vorteil: Flüssig müssen Sie erst in 5 und/oder 10 Jahren sein. Dann, wenn Ihre Kinder Abitur machen und einen Studienzuschuss brauchen. Deswegen können und sollten Sie diese exakt bestimmten Anlagezeiträume ausnutzen. Das wichtigste ist und bleibt ein Finanzplan mit zweckbestimmten Summen (für mein Haus, mein Auto …) und Terminen, bis wann Sie das Geld brauchen.

Wie man das Ganze in eine übersichtliche Struktur bringt und zum richtigen Anlageprodukt hin optimiert, an diesen Stellschrauben drehen die Experten von CAPRI. Bleiben Sie entspannt.


Ihr Marcus Jurowski

 

Bildquelle: pixabay

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